

Der Klassizismus & klassisches Ambiente heute
Im Klassizismus, der bewegten Zeit in Europa zwischen der französischen Revolution und dem Vormärz von 1780 bis 1848, wurden nicht nur politisch die „alten Zöpfe“ abgeschnitten. Das überladen Opulente des Barocks und die Schnörkel des Rokokos wurde abgelegt.
Man besann sich auf die Werte der Antike. In der Möbelkunst änderte sich der Zeitgeschmack hin zu den geraden, schlichten aber eleganten Formen. Das Material und die Verarbeitung standen im Vordergrund – Architektur und Mythologie der Klassik dienten als Vorbilder.
Im Frühklassizismus oder Zopfstil finden sich noch Elemente aus der vorangegangenen Periode, es treten jedoch in der Ausführung schon die strengeren und geraderen Formen auf. Hier spielen edle Hölzer wie Mahagoni, Ebenholz oder Buchsbaum eine große Rolle. Verfeinert werden die Möbel mit vergoldeten Beschlägen und Marmor. Wir finden auch prächtig gefasste Möbel in Creme-Tönen mit vergoldeten Schnitzereien

Die Zeit des Empires wird durch die Rückkehr Napoleons aus Ägypten und seiner Kaiserkrönung eingeläutet. Entsprechend haben die Möbel dieser Phase eine imperiale Ausstrahlung, die mit Elementen der Antike dekoriert werden.
Sphinx, Karyatide und Säule sind immer wiederkehrende Applikationen. Glatte Flächen in Mahagoni, Nussbaum oder ebonisierten Obsthölzern sind charakteristisch.

Nach 25 Jahren napoleonischer Kriege sucht man im Biedermeier die innere Ruhe. Es ist die Zeit der Salons und der Romantik. Man zieht sich zurück in die private Sphäre, die unmittelbare Umgebung steht im Mittelpunkt. Die Möbel werden schlichter und gediegener. Man verwendet Kirsche, Esche und Nussbaum. Importhölzer werden durch Beizen und Färben von Birke, Ahorn und Birne ersetzt. Es ist die Zeit der äußerlichen Bescheidenheit – auf Qualität wird aber nicht verzichtet.

